Warum ist die Wahlprüfung Sache des Bundestags selbst (Art. 41 Abs. 1 GG)?

Der Bundestag entscheidet selbst darüber, ob er rechtmäßig gewählt wurde oder nicht. Was seltsam klingt, da das Parlament damit „Richter in eigener Sache“ ist, hat historische Gründe. Man wollte dadurch verhindern, dass der Monarch oder die von ihm eingesetzten Gerichte einfach die Volksvertretungen wegen angeblicher Wahlfehler auflösen.

Allerdings hat der Bundestag hier nicht das letzte Wort. Gegen die Zurückweisung der Wahlprüfungsanträge kann das Bundesverfassungsgericht angerufen werden. Dieses Verfahren bezeichnet man dann als Wahlprüfungsbeschwerde (Art. 41 Abs. 2 GG, § 48 BVerfGG).